Materialeigenschaften

Zur Erfüllung der für die Rasenheizung maßgebenden Anforderungsprofile gehören bei Rohrleitungssystemen aus Kunststoffen folgende werkstoffbedingte Materialeigenschaften zu den wichtigsten Kriterien: 
 | Schlagzähigkeit
|  | Widerstandsfähigkeit
|  | Flexibilität bzw. Biegesteifigkeit
|  | Spannungskräfte
|  | Längenausdehnungsverhalten
|  | Wärmeleitfähigkeit
|  | Reparaturmöglichkeit |

 Schlagzähigkeit

Das die Verwendung des fusiotherm®-Rohrleitungssystems bei niedrigen Temperaturen keine Einschränkung für die Montagearbeiten darstellt, wird durch den Einsatz dieser Rohre in Eissportanlagen, die zur Eisflächenkühlung betrieben werden, verdeutlicht.
Neben den Betriebsbedingungen einer Rasenheizung, die bei der Beheizung einer Natur- oder Kunstrasenfläche entstehen, herrschen bei Stillstandszeiten, speziell im Winter, andere Bedingungen.
Um die Energiekosten zu reduzieren, halten viele Sportplatzbetreiber die Rasenheizung in der Winterpause nicht im Dauerbetrieb. Das Heizungswasser wird mit einem max. 35 % Frostschutzmittelanteil versehen. Dadurch wird eine Frostsicherheit des Heizmediums von ca. - 20° C erreicht.
Die Eignung unseres fusiotherm®-Rohrleitungssystems in Verbindung mit dem von uns angebotenen Frostschutzmittel varidos FSK und varidos FSK-L wird vom Lieferanten nachgwiesen.
Daraus resultierend kann es während der Stillstandszeiten zu einer theoretischen Abkühlung des Rasenheizungssystems auf - 20° C kommen. Entstehende Zugspannungen durch die Abkühlung der im Erdreich befindlichen fusiotherm®-Rohrleitungen sind unkritisch, da diese immer noch weit unter den maximal zulässigen Spannungen des Werkstoffes liegen. 

 Widerstandsfähigkeit

Durch die hohe chemische Widerstandsfähigkeit des fusiotherm®-Rohrleitungssystems ist die Beständigkeit gegenüber dem mit Frostschutzmittel versehenen Heizmedium ebenso sichergestellt wie gegen die von außen einwirkenden Langzeiteinflüsse. Zu denen gehören vor allem die über lange Zeit durch Dünger- und Pflanzenschutzmittel entstehenden Reaktionen. 

 Flexibilität

Die Flexilbilität eines Rasenheizungssystems hat bei der Verwendung von Kunststoffrohrleitungen nur eine untergeordnete Bedeutung. Das fusiotherm®-Rohrleitungssystem bietet bei den auf dem Spielfeld zu verlegenden Heizrohren eine zur baustellengerechten Montage notwendige Flexibilität. 

 Biegesteifigkeit

Da die sogenannte Biegesteifigkeit unserer Heizrohre höher ist als bei anderen Kunststoffrohren, werden die zur Aufnahme der Längenänderung notwendigen Umlenkungen am Anfang und Ende der Heizrohre mit Rohrführungsbögen ausgeführt.
Die geringere Flexibilität bzw. Biegesteifigkeit ist jedoch von entscheidendem Vorteil, da bei den Aufschüttungs- und Verfüllarbeiten der Versorgungsgräben an den Spielaußenseiten die Gefahr des Abknickens und damit eine Querschnittsverengung der Rohre erheblich reduziert wird. 

 Spannungskräfte

Zug- bzw. Druckspannungskräfte, die bei erheblichen Temperaturunterschieden durch Abkühlung bzw. Aufheizung der Rasenheizung auftreten, sind für die im Erdreich eingebetteten Kunststoffrohre unkritisch.
Dies ist jedoch nicht auf die Verbindungsstellen übertragbar. Die durch das Muffenschweißverfahren erzielte homogene Verbindung der fusiotherm®-Rohre und fusiotherm®-Formteile stellt hier eine größtmögliche Sicherheit dar. Das kann von Rohrverbindungen aus unterschiedlichen Werkstoffen mit ungleichen Ausdehnungskoeffizienten nicht gleichermaßen behauptet werden. Dies gilt auch für Stumpfschweißverbindungen, die lediglich die Wandstärke zur Verschmelzung nutzen. 

 Längenausdehnung

Die durch Temperaturunterschiede entstehenden Längenänderungen der Heizrohre werden durch die Anordnung von Dehnungsbögen, die unmittelbar vor Anschluß der Heizrohre an die Verteilerrohre ausgeführt werden, abgefangen bzw. ausgeglichen.
Bei den Verteiler- und Verteileranschlußrohren hat die temperaturbedingte Längenänderung einen entscheidenden Einfluß auf das dafür verwendete Rohrleitungssystem.
Da hierbei Vollkunststoffrohre gegenüber metallischen Rohren einen erheblichen Nachteil aufweisen, ist für diese Leitungsteile die Verwendung von Kunststoffrohren nicht empfehlenswert. Aus diesem Grund setzt aquatherm für alle Verteiler- und Verteileranschlußrohre die fusiotherm®-Verbund-Rohre ein. Diese weisen im Vergleich zu Metallrohren ein annähernd identisches Ausdehnungsverhalten auf, so dass diese optimal für Verteiler- und Verteileranschlußrohre geeignet sind. Weiterhin trägt die Verbundtechnologie zur Erhöhung der mechanischen Belastbarkeit dieses Rohrleitungsabschnitts bei. 

 Wärmeleitfähigkeit

Kunststoffrohre weisen gegenüber metallischen Rohren eine geringere werkstoffbedingte Wärmeleitfähigkeit auf. Das führt in der Praxis zu einem Trägheitsverhalten bei der Wärmeabgabe an das rohrumschließende Medium. Da dieses Verhalten bei der Leistungsbestimmung einer Rasenheizung berücksichtigt wird, entsteht im Betriebszustand keine nachteilige Auswirkung.
Die auch bei Kunststoffrohren untereinander geringfügig voneinander abweichenden Wärmeleitfähigkeiten können aufgrund der geringen Wandstärke der Heizrohre vernachlässigt werden. Bei den Verteiler- und Verteileranschlußrohren bieten die relativ dickwandigen fusiotherm®-Verbund-Rohre, im Gegensatz zu Metall- und Vollkunststoffrohren durch ihre geringen Wärmeleitfähigkeiten einen erheblichen Vorteil. Dieser führt bei den im Erdreich verlegten Rohren bereits im unisolierten Zustand zu einer deutlichen Reduzierung der Wärmeverluste. Der Eigendämmwert dieser fusiotherm®-Rohrleitungen wurde vom Forschungsinstitut für Wärmetechnik (FIW) ermittelt. 

 Reparaturmöglichkeiten

Unabhängig von der Schadensursache bietet aquatherm mit der fusiotherm®-Elektroschweißmuffe eine schnelle und unkomplizierte Reparaturmöglichkeit, durch die mit geringem Aufwand eine Beschädigung am fusiotherm®-Rohrleitungssystem fach- und sachgerecht behoben werden kann.
Metallische Rohrkupplungen mit Schiebehülsen oder Klemmverschraubungen kommen beim fusiotherm®-Rohrleitungssystem nicht zur Anwendung. 
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